Liebe Neugierigen,

Aus Lust und Laune sowie Sehnsucht nach mehr Sonne wollten wir die Vorteile eines Interrail-Tickets noch einmal ausreizen. Nicht nur die letzte Woche, sondern auch unsere Herzen waren bei dem Gedanken, dass diese unfassbare Reise bald ein Ende nehmen sollte, angebrochen. So kurz vor knapp noch zwei weitere Länder unserer Liste hinzufügen zu können, kam uns demnach beim Motto „Auskosten“ noch sehr attraktiv vor und so entschieden wir uns den Abstecher nach Südfrankreich mit einem Aufenthalt im Stadtstaat Monaco zu kombinieren.
An kaum einem anderen Ort wurden wir mit solch kritisch und mitleidigen Blicken beäugt, als wir am Hafen Monacos vor den achtstelligen Supersuperyachten das Fertigkartoffelpürree mit den Dosenerbsen anmischten. Unbeschämt grinsten wir denjenigen entgegen, die die Promenade als Laufsteg nutzten.
Genussvolle und amüsante drei Stunden später verließen wir das Fürstentum und setzten einen Haken dahinter. Nur 25 Minuten später fuhren wir in das von der Abendsonne gerötete Nizza ein.
Aufgrund mehrerer Empfehlungen von Reisenden, die wir in den letzten Wochen kennengelernt hatten, ,,mussten‘‘ wir praktisch das Angebot unseres Hostels wahrnehmen und an dem organisierten Bar-Crawl, auch bekannt als Bar-Hopping, teilnehmen. Mit einer Gruppe von 25 Leuten zogen wir so zwischen 22:00 bis 3:00 nachts von Bar zu Bar, von Club zu Club.
Am nächsten Tag ein wenig benebelt, erklommen wir das Castle von Nizza, welches sage und schreibe ganze 9200 Zentimeter über dem Meeresspiegel liegt und dessen Aussichtspunkt eine Wanderung von doch beinahe 8 Minuten beansprucht. Von dieser anspruchsvollen Sporteinlage erschöpft, waren das Nickerchen am Strand und die französischen Crêpes höchst verdient.
Am Abend wollten wir uns mal richtig was ,,gönnen“! Das weltbekannte und renommierte Restaurant, namens Burger King, wartete auf unsere Erstverkostung. Unser Urteil: Mit dem Konkurrenten McDonald kann es nach unserer professionellen Evaluation nicht mithalten.
Wir waren bei der Sitzplatzreservierung eines TGV wohl zu naiv. Schon früh waren alle Verbindungen ausgebucht und wir waren gezwungen über Marseille in den Norden weiterzureisen, wo wir einen 3 Stündigen Aufenthalt einlegen mussten, bevor wir in den Lamborghini aller Züge Frankreichs steigen durften.
An Marseilles Wohngebiet und der Cathédrale Major vorbei, ließen wir uns auf den Stufen für unsere Lieblingsmahlzeit aus der Dose am alten Hafen nieder. Strammen Marsches ging es dann schnell wieder mit Proviant im Gepäck zum Doppeldecker, welcher mit Teppich ausgekleidet, Jumbo Sesseln und Tischlampen unser luxuriösester Transportzug wurde. Die Fahrt hätte sich auch noch länger als 3 1/2 Stunden aushalten lassen. Auch hier fielen wir mal wieder in der gehobenen first class aus der Reihe, was uns aber nicht weiter störte. Mit Höchstgeschwindigkeit glitten wir übers Land, vorbei an der schon in Dunkelheit liegenden Provence, bis wir Paris’ Gare de Lyon am Donnerstag Abend erreichten. 24 Stunden des kommenden Tages blieben uns nicht nur von den gesamten 3 Monaten übrig, sondern auch von der Erkundung der Französischen Hauptstadt, bis wir uns mit Bus und Zug in Nacht und Nebel zurück in die Heimat begeben würden.
Für einen Schnelltrip nach Paris können wir für die Fortbewegung innerhalb der Stadt, aufgrund der großen Distanzen eine Metro Karte empfehlen. Als Tipp können wir sagen, dass es deutlich preisgünstiger ist, ein 10er Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel zu kaufen als eins für einen bestimmten Zeitraum.
An der eingerüsteten Notre-Dame angekommen bestaunten wir neben der schnell voranschreitende Restaurierung, auch die outdoor Gallerie an der Baustellenschutzwand mit Informationstexten, Kindergemälden und Fotografien zu dem 2019 entfachten Brand im Dom.
Über 26.411 Schritte verteilt bewegten wir uns von diesem Startpunkt über die Saint- Chapelle und dem Panthéon an der Seine entlang zum Eiffelturm, danach ging es an der gegenüberliegenden Uferseite zurück in Richtung Arc de Triomphe, die Champs- Élysées hinab zum Grand Palais, Place de Concorde und dem Louvre. Leider hatten wir aus unserer Naivität der Zugreservierung nichts gelernt, denn wieder einmal schauten wir verdutzt als das Louvre sowie das Museum de l’Orangerie eine Reservierung für den Eintritt verlangten, welche wir so kurzfristig natürlich nicht mehr buchen konnten. Die Mona Lisa muss traurig geschaut haben, als sie erfuhr, dass wir heute nicht zu ihren Gästen gehörten.
Stattdessen bot sich das nächste Café als Fluchtort vor dem Starkregen an, wo wir länger verweilten als ursprünglich angedacht. Zum besonderen Anlass unseres letzten Abendessens schaffte es die vietnamesische Küche in unsere Mägen. Um das etwas wehmütige Revue-passieren der letzten Wochen kamen wir dabei natürlich nicht herum. Mit Wein und guter Musik des DJ‘s ließen wir den letzten Abend dann im Pariser Hostel als kleine Familie ausklingen, bis wir uns um 2:30 Uhr durch das nächtliche Paris auf den Weg zum Flixbus in Richtung Brüssel mit der finalen Destination Bonn machten. Die französischen Schulferien vermasselten uns eine Heimreise im TGV (das kostete uns eine Heimreise von 11h statt 4h).
Vielen Dank an alle treuen Neugierigen, die uns als Leser auf unserer Reise begleitet haben! Bevor ihr aber in Langeweile ertrinkt: Keine Sorge, lange werden wir es ohne ein Interrail-Ticket nicht aushalten…












































































































































































































































































































































































































































