Liebe Neugierigen,

Mit ziemlich heißen Reifen und integriertem Bounce-Effekt ging es per Bus von Riga weiter nach Klaipėda, die drittgrößte Stadt Litauens an der westlichen Küste. Der Busfahrer wollte uns wohl von einem Nickerchen abhalten. Das schaffte auch unsere gesprächiger kroatischer Sitznachbar, der ebenfalls durchs Reisen einiges zu erzählen hatte. Die bei Klaipėda liegende Kurische Nehrung lockte uns: Eine Halbinsel, 98km lang und ca. 2km breit, dessen nördliche 50% zu Litauen gehören und die südlichen Hälfte zur russischen Exklave Kaliningrad. Dünen, weißer Sandstrand, dazu dichte Wälder, sowie das Wellenrauschen des Baltischen Meeres im Westen und des Kurischen Haffs im Osten warteten auf uns…
Folgenden Plan hatten wir ausgearbeitet: Von Klaipėda aus sollte es mit der Fähre über Smyltinė, dem nördlichsten Ort auf der Nehrung, mit dem Bus nach Nida gehen (der südlichsten Stadt auf litauischer Seite), um von dort aus mit ausgeliehenen Fahrrädern die ~50km lange litauische Hälfte gen Norden zu erkunden. Durch verschiedene äußerliche Faktoren, sowie einige Trödeleien reduzierten sich die ursprünglich geplanten 50km auf sage und schreibe 15,3km. Einen guten Einblick haben wir dennoch erhalten!:)
Nach dieser hoch anspruchsvollen, sportlichen Einlage in der Natur waren wir wieder bereit für eine neue Großstadt. Vilnius bot sich aufgrund der geographischen Lage hierfür an.
Bis zur Stadtführung am nächsten Tag glaubten wir Vilnius als kleines Örtchen einschätzen zu können. Die anfangs tief hängenden Wolken trübten den Anblick bis ein dürftiges Sonnenscheinchen sich seinen Weg durch die Wolkendecke machte. Währenddessen entfaltete sich die litauische Hauptstadt vor unseren Augen Straße für Straße, Kirche für Kirche und Kneipe für Kneipe als Großstadt…
Zum Pflichtprogramm gehört sicherlich das KGB-Museum, dessen von der damaligen Zeit gezeichneten Räumlichkeiten und persönliche Geschichten der Opfer unter die Haut gehen.
Auch in Vilnius wurde die traditionelle Küche ausprobiert: Im Etno Dvaras Restaurant wurden uns Kartoffeln in jeglicher Machart aufgetischt. Mmh war das lecker!
Bei totaler Dunkelheit purzelten wir schlaftrunken um 5:00 Uhr morgens aus dem LuxExpress-Nachtbus und revitalisierten wir uns anschließend im Warschauer McDonalds mit einem Kaffe nach dem anderen, während wir auf den Tagesanbruch und das Erwachen der Stadt warteten. An diesem Samstagmorgen leisteten uns die jungen polnischen Partyrückkehrer Gesellschaft, die statt Croissant einen mineralstoffreichen Burger zum Abendessen zu sich nahmen.
Wie war Warschau?
Trotz des kurzen Schlafes, entschlossen wir uns todesmutig eine Stadtführung vollgepackt mit Kunst, Kultur und der ausgiebigen Geschichte Warschaus anzutreten, bei der uns hauptsächlich die persönlichen Eckdaten unseres Guides in Erinnerung blieben. Dennoch bekamen wir einen guten Überblick von der Stadt, die uns in strahlendem Sonnenschein mit ihren gepflegten Parkanlagen, wenigen Autos und komplett restaurierten Gebäuden sehr beeindruckte. Die Strecke von der Altstadt vorbei an der Universität, über das Copernicus Denkmal und das Marie Curie Museum bis hin zum Stadtteil Nowy Świat lädt sehr zu einem Spaziergang ein. Auf dem Rückweg oder auch als Abstecher auf dem Hinweg lohnt sich definitiv ein Besuch im zentral gelegenen und erstaunlich ruhigen Saxon Garden. An diesem Wochenende bestaunten wir auch den Anblick der lebendigen Café- und Restaurant-Szene sowie den Marathon, der sich die üblichen 42km durch die Straßen und Gassen Warschaus zog.
Auf dem Weg zum Abendessen, genossen wir das hell erleuchtete Stadtbild Warschaus:




































































