Tag 57-61

Liebe Neugierigen,

den ersten Vormittag im Oktober verbrachten wir noch bei wolkenlosem Himmel und warmen Sonnenschein im kleinen Cesky Krumlov, bevor wir uns ganz entspannt mit dem Zug Richtung österreichischer Hauptstadt machen wollten. Unsere Zugreisende entpuppte sich allerdings im Endeffekt als Hop-on-Hop-off-Busreise von Tschechien bis nach Österreich aufgrund von fehlenden Zugverbindungen an diesem Tag…. Schon bei Dunkelheit, dann irgendwann endlich in Österreich, machten wir es uns an unserem letzten Zwischenstopp vor Wien bequem, als uns ein Schaffner, den wir aufgrund seines authentischen österreichischen Akzentes (und wegen des Mars-Schokoriegels, den er uns schenkte…) direkt ins Herz schlossen!

Nach acht Wochen waren wir nun wieder in einem deutschsprachigen Land, was uns ein kleines Heimatsgefühl gab.

Dieses Gefühl allerdings sollte nicht zu lange anhalten! Also stiegen wir am nächsten Morgen direkt in den Zug in die Slowakei! Da Bratislava nur 60 Minuten von Wien entfernt liegt, bot es sich an dieses noch mitzunehmen, um mit noch einem weiteren Land auf unserer Liste angeben zu können… ;)! Abgesehen vom Bratislavsky hrad (Burg), die das Wahrzeichen der Stadt ist, einer Markthalle und ein paar netten Sträßchen in der Altstadt hat die Stadt leider nicht so viel zu bieten… Trotzdem war es der kleine Ausflug wert, denn nun waren wir alle mal in der Slowakei!

Schon wieder lernten wir das Interrail-Ticket wahnsinnig zu schätzen, da wir zu jeder Zeit den Zug hin und zurück nehmen konnten. Flexibler geht es nicht!

Zurück auf österreichischem Boden, ließen wir uns von den zahlreichen Empfehlungen und Sehenswürdigkeiten, die das wunderschöne Wien zu bieten hat, leiten. Der Stephansdom als Startpunkt bietet sich dafür ausgezeichnet an um in jede Richtung auszuschwärmen. Über die Innenstadt, die von strahlend hellen Jugendstilbauten sowie prunkvollen Barock Gebäuden übersäht ist, weiter zum Garten der Hofburg und vorbei am Schmetterlingshaus zum Beispiel.

Die moderne Museumeile bietet neben Ausstellungen für jeden Gusto auch noch viele Möglichkeiten zum Entspannen auf dem einladend konzipierten Innenhof mit Cafés und bunten Bänken (falls der Museumsbesuch intellektuell zu anstrengend war;) ).

Weiter ging es zum, in Teilen eingerüsteten, Rathaus welches auch durch Planen nicht an Eindruck verlor. Anschließend weiter zur Votivkirche und danach zur Universität Wiens. Eine Straßenbahn-Fahrt später fanden wir uns vor dem bunt und sympathisch aus der Reihe tanzenden Hundertwasser Haus, entworfen vom Gleichnamigen Künstler und Architekten Friedensreich Hundertwasser wieder. Wer sich von hier aus nach einem Spaziergang durch den Erdberg sehnt, sollte sich den Botanischen Garten Wiens nicht nur wegen der Pflanzenkunde als Ziel nehmen! Ein Blick über die hohen Hecken des Gartens öffnet die Sicht auf den Belvedere Palast.

Trotz der verlockenden österreichischen Küche, entschieden wir uns für eine indische Stärkung, um im Anschluss Bowlen zu gehen.

Die Selbstbeherrschung endete aber spätestens nach dem zehnten Schnitzel, welches wir auf fremden Tellern sahen. So ließen wir uns zum Mittagessen im Anschluss an eine weitere Free-Walking-Tour in einem authentischen Restaurant am Franziskanerplatz nieder. Mehr oder weniger freiwillig aber von unterschiedlichen Interessen geleitet, teilte sich unsere Gruppe, als sich zwei für die Besichtigung des individuellen, alternativen Viertels mit vielen kleinen Geschäften entschieden und die Dritte im Bunde dem Haus der Musik einen Besuch abstattete. In Spittelberg sieht man demnach Wien mal von einer ganz anderen Seite. Aber für die musikinteressierten ist der Besuch im Klangmuseum sehr zu empfehlen. Die Inhalte mit interaktiven Spielen kombiniert, erfährt man in der, sich über 4 Etagen erschreckenden Ausstellung vieles über die Wiener Philharmoniker, die Vielfalt des klanglichen Ursprungs, sowie über die großen Komponisten der Wiener Klassik. Außerdem wird es einem zum Ende hin ermöglicht selber einmal Dirigent der Wiener Philharmoniker zu sein und den Taktstock zu Stücken wie dem „Radetzky-Marsch“ oder „An der schönen blauen Donau“ zu schwingen.

Für uns gehörte das Albertina ebenfalls zum kulturellen Pflichtprogramm in Wien. Zu sehen war die beeindruckende Sammlung des Kunstsammlers Herbert Batliner, die in der Ausstellung „Monet bis Picasso“ die Werke von zahlreichen Künstlern Mitte des neunzehnten- bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts beinhalteten wie Claude Monet, Paul Signac, Toulouse-Lautrec, Franz Mark, Edvard Munch, Max Ernst, Giacometti, Van Gogh, Kandinsky und Jawlensky. Neben dieser Ausstellung wurde auch Modigliani und Hubert Scheibl mit entsprechenden Werken vorgestellt und man konnte zusätzlich noch eine Ausstellung zur American Photography besuchen.

Bussi von Sissi

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