Tag 75- 78

Liebe Neugierigen,

Trockenen Fußes überquerten wir das Mittelmeer bis Ancona, wo wir um 7:00 morgens den Hafen erreichten und nach einer nur schleppend vorankommenden Passkontrolle offiziell nach Italien einreisen durften. Ancona hielt uns jedoch nicht lange fest, denn nach einem strammen Marsch gen Bahnhof saßen wir schon im Zug nach Bologna. Eine umstrittene Stadt (die Meinungen unserer Eltern teilten sich nämlich stark zwischen dem Wortlaut „Bologna soll toll sein“ und „total hässliche Industriestatt mit einer Sehenswürdigkeit“) , von der wir uns aber selbst ein Bild machen wollten.

Nach dem verlassen des Bahnhofs liefen wir eine gute halbe Stunde an unaufregender Architektur, bröckelnden Fassaden, Baustellen und leeren Fensterläden vorbei bis wir im kleinen Zentrum vom Geruch frischer Pasta, geräuchertem Schinken und Eisdielen gelockt wurden. Kulinarisch ist Bologna also die Reise wert, auch die weitläufigen Arkaden haben ihren Charme. Dennoch ist die zwar niedliche mittelalterliche Innenstadt mit ein paar Renaissance Gebäuden und der seltsamen Basilika di San Petronio kein Ort für einen Aufenthalt der länger als 4 Stunden benötigt. (Zitat Lisa: Du kannst dich also 4 Sunden durchfressen, dann biste die Stadt auch satt 😉 ).

Im Zug Richtung Norden fuhren wir in der Region Veneto durch eine weitreichende grüne Hügellandschaft bis wir in abendlicher Dämmerung über die Ponte della Libertà die Stadt in der Lagune erreichten. Die Einfahrt nach Venezia S. Lucia könnt ihr euch ziemlich genauso vorstellen wie in „The Tourist“, ausgesehen und gespeist haben wir dabei natürlich auch wie Angelina Jolie.

Wer selbst eine Sightseeing-Tour durch Venedig plant, kann sich anhand dieser Karte, die unsere zurückgelegte Strecke (12km ohne Waterbus) darstellt, sowie ein paar Fotos gerne ein paar Inspirationen einholen.

Zum besonderen Anlass des Geburtstags unseres Sandwich-Kindes ging es am nächsten Tag mit den nicht ganz preiswerten aber gut vernetzten Wasserbussen für einen Ausflug auf die Glasinsel Murano.

Ein absolutes Muss ist der Besuch in einem der Showrooms, bei dem man für einen Erlös von 5€ eine bemerkenswerte anschauliche Demonstration der Glasbläserei. Von Auftragsarbeiten wie aufwändig verschnörkelten Kronleuchtern bis hin zu schnell produzierten Glaspferdchen als Dekoartikel. Über die Schönheit dessen lässt sich streiten… Beeindruckend ist die Vorstellung jedoch allemal! Wie wir dort herausfanden ist das Murano-Glas nicht wegen dessen Rezeptur sondern vor allem aufgrund der Machart mithilfe bestimmter Werkzeuge weltweit bekannt.

Um das Venedig-Erlebnis zu vervollständigen wurde uns zu unserem Glück eine Gondelfahrt spendiert, die wir bei Sonnenuntergang sehr genossen. Dazu trugen nicht nur die authentisch gestreiften Pullover der Gondelieris, sondern auch die wasserdurchzogenen Gassen Venedigs bei, durch die wir mit flotten 5km/h hindurch glitten.

Zum Abschluss wollten wir die seltene Gelegenheit nutzen, die Architektur Biennale di Venezia zu besuchen. Leider reichten die verbliebenen Stunden des Abreisetags nicht aus, um das umfangreiche Angebot an Ausstellungen internationaler Künstler jeglicher Art zu würdigen. Daher entschieden wir uns für die Peggy Guggenheim Collection in der gleichnamigen Galerie, welche uns durch die Vielzahl an Malern wahrer Größe mehr als beeindruckte.

Den Kopf mit Bildern gefüllt ging es weiter Richtung Norden…

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