Liebe Neugierigen,

Ein weiterer Bus brachte uns diesmal nach Kotor, ein kleiner Ort in Montenegro an der Adria. Direkt verliebten wir uns in den südlichsten Fjord Europas und die hohen Berge, welche zum Wandern einladen.
Mit einem Schritt durch das Haupteingangstor der Altstadt befindet man sich sofort inmitten des historischen und autofreien Stadtkerns, dessen Gebäude bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Im Jahr 1979 wurde das Zentrum, welches durch Mauern umsäumt wird, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Die Sonne im Rücken spazierten wir die Treppen der Burg Kotor’s hoch, welche wir schon aus dem Bus mit großen Augen begutachtet hatten. Der Ausblick lohnt sich, den Eintritt kann man allerdings mit etwas Recherchearbeit umgehen…;)
Als Nachmittagsprogramm entschieden wir uns für einen kleinen Ausflug in das naheliegende Perast. Wer mag, kann von dort per Boot zwei kleine vorgelagerte Inseln erreichen, eine natürliche und eine künstlich angelegte. Wir hingegen entscheiden uns für die Kiwi-& Granatapfel-Ernte, ein Eis, sowie eine Lesepause bei Sonnenuntergang.
Der Reiz der Berge war zu groß, um ihm zu widerstehen. Daher heckten wir während des Abendessens eine Wanderroute aus, die uns von Kotor aus 4 Stunden über einen Berg in das nächste Städtchen Tivat führen sollte. Das Wetter spielte zum Glück mit! Zugegebenermaßen in Angst vor der montenegrinischen Flora und Fauna fanden wir uns beim Aufstieg stampfend und klopfend auf einem Serpentinenweg wider. Unsere Furcht reduzierte sich nicht gerade als wir auf eine blutig abgetrennte Katzenpfote trafen, sowie rechts und links immer größer werdende Kothaufen vor Augen hatten. Wenn man jedoch den Blick vom besorgniserregenden Boden abwandte, erwartete uns eine wunderschöne Aussicht auf die Bucht von Kotor.
Oben auf dem Berg angekommen, trennte uns nur noch der Abstieg von einem traditionellen Apfelstrudel in Tivat. Das fehlende mobile Netz, sowie dürftig aufgestellte Beschilderungen machten die Wegfindung allerdings etwas schwieriger als erwartet. Also wählten wir die erste uns auftuende Möglichkeit den Bergkamm über einen Trampelpfad ins Dickicht zu verlassen. In geducktem Gang durch hüfthohes Gestrüpp markierten wir Stein für Stein den von uns deklarierten Weg bis zur beinahe vollständigen Orientierungslosigkeit. Unwissend über das Wildleben in den Wäldern Montenegros bangten wir schon fast um unser Leben als die Pflanzenwelt immer dichter und die Aussicht auf einen Wanderweg immer aussichtsloser wurde. Die aufkommende Panikattacke konnte nur noch durch einen Rückzug über Kreuz-Markierungen auf Steinen verhindert werden. Zurück auf dem Hauptweg waren wir froh jemanden mit Karte zu begegnen. Weil wir diesen Luxus nicht mehr missen wollten, folgten wir der Truppe glatt bis nach Kotor zurück. Damit war unser Belohnungsstrudel in Tivat gestorben.
Heilfroh endlich unten angekommen zu sein, hatten wir ungeplant sogar unserer Trolltunga-Wanderung in Norwegen Konkurrenz gemacht.















































