Tag 44-47

Liebe Neugierigen,

der intensiv ausgetüftelte Zeitplan, der unser Reisetempo bereits seit den Lofoten bestimmte, zahlte sich spätestens bei zeitiger Ankunft in Riga, unserem lang ersehnten Zwischenstopp, aus. Familien Besuch in jeglicher Hinsicht, geplant und ungeplant eingeschlossen…

Voller Vorfreude stiegen wir aus unserem authentisch klapprigen Dampfzug, der durch die Toilette sogar direkten Ausblick auf die Schienen bot. Mit offenen Armen, von Cathi und ihren Mitbewohnern empfangen, fühlten wir uns direkt willkommen und heimisch in der lettischen Hauptstadt. Vielen Dank, dass wir bei euch bleiben durften!

Untergebracht waren wir diesmal vergleichsweise überaus komfortabel in einer Jugendstil-Wohnung im Zentrum Rigas (nicht nur im Hinblick auf die Architektur sondern auch auf die Feiermentalität;)💃🥂

Der jugendliche Feierstil wurde kurzer Hand durch einen Überraschungbesuch unserer Eltern bereichert…. 😉

So schnell verdreifachte sich unsere Gruppe als wir am nächsten Tag die Stadt erkundeten…. In den riesigen Markthallen, in denen ursprünglich die deutschen Zeppeline gebaut wurden, wurden wir vom einem Angebot von Backwaren, frischem Fisch & Fleisch, sowie Obst und Gemüse beinahe ,,überrumpelt“.

Außerdem sollte das House of the Blackheads, der Dom und das Freedom Monument bei einem Besuch in der lettischen Hauptstadt auf keinen Fall ausgelassen werden. Ein Spaziergang über die Daugava bis zum Beispiel zur Unibibliothek ist ebenfalls lohnenswert, um einen Blick auf die Stadt von einer anderen Perspektive zu erhalten.

Unsere typische Routine eine Stadt zu besichtigen wurde in Riga zwar ein wenig aus der Bahn geworfen, doch haben wir die drei Tage trotzdem durch und durch genossen…

Tag 39-44

Liebe Neugierigen,

in Helsinki durften wir uns über eine Gruppenerweiterung freuen! Mit guter Laune aus der Heimatstadt wartete Caro schon auf uns und begleitete uns von nun an für die nächsten 5 Tage auf einer Zeitreise durch die letzten Jahrhunderte bis zurück ins Mittelalter.

Beginnend mit einer Free Walking Tour erkundeten wir die Straßen Helsinkis und bestaunten die schwedischen und russischen Hinterlassenschaften in Kultur, sowie Architektur. Trotz der von den beiden Nachbarnationen geprägten Geschichte, schufen die Finnen ausgehend von einem Gedichtsbuch ihre eigene Identität mit der finnischen Sprache.

Besonders beeindruckend fanden wir die Tatsache, dass die Kathedrale Helsinkis, das Parlament, die Universität sowie eine alte Schwedische Häuserreihe mit dem ältesten Haus der Stadt um den Senatsplatz herum, das Zentrum der Stadt bilden. So sind die wichtigsten historischen Wahrzeichen in einem 360 Grad Blick zu sehen.

Daneben lohnt sich die antike Markthalle mit typisch kulinarischen Köstlichkeiten, die russisch orthodoxe Kirche, einen Blick in die moderne und innovative Bibliothek der Stadt, sowie die Rock Church, die wie ihr Name verrät vollständig in einen Felsen eingebaut ist. Um sich all das von oben anzuschauen, bietet sich bei gutem Wetter eine Fahrt mit dem Riesenrad an.

Nur eine 20 minütige Fährfahrt von Helsinki entfernt befindet sich eines der sieben UNESCO Weltkulturerbe Finnlands, die Suomenlinna-Inseln, welche zwischen dem Russisch-Schwedischen-Krieg in den 1790er Jahren bis zur Unabhängigkeit in 1918 als militärischer Stützpunkt genutzt wurde. Heutzutage sind die Inseln für ca. 1 Millionen Touristen eine beliebte Destination.

Wer dem Trubel der Großstadt und der nicht im Ansatz verständlichen Finnischen Sprache nur für ein paar Minuten entkommen möchte, ist herzlich in die Kamppi Chapel of Silence, nicht weit von der Haupteinkaufsstraße entfernt eingeladen.

Da der Schienenverkehr über das Wasser zum heutigen Tage noch Zukunftsmusik ist, mussten wir wohl oder übel auf ein Kreuzfahrtschiff umsteigen. In nur zwei Stunden erreicht man so das 80km entfernte Estnische Festland.

Nun im Baltikum fühlten wir uns wie in die Vergangenheit zurück katapultiert! Unfreiwillig landeten wir bei jedem Restaurant sowie Café Besuch in einem urigen Kellergewölbe mit von Zeit gesegneter Kundschaft und probierten uns durch die traditionelle estnische Küche.

Trotz der ständig wechselnden Herrschaft über Estland von unter anderem den Dänen, den Deutschen oder den Russen ist die Altstadt der estnischen Kultur all die Jahre über treu geblieben. Von der Patquli-plattform liegen einem Tallins verwinkelte Gassen und rote Dächer zu Füßen. Eins unserer Highlights war zudem noch die Markthalle Balti Jaam!

Wer die volle traditionelle kulinarische Erfahrung erleben will, den empfehlen wir einen Besuch in das Restaurant Olde Hansa. Bei Überschreiten der Türschwelle findet man sich ohne Umwege im Mittelalter wieder. Überzeugt euch selbst!

Als Abschluss und Abschied ging es für uns noch eine Runde Bowlen:)

Schön, dass du da warst Caro!

Tag 36-39

Liebe Neugierigen,

wir verabschieden uns von Skandinavien, denn das Weihnachtsmanndorf ruft! Weihnachten im September? Das geht. In der Hauptstadt Lapplands weihnachtet es das ganze Jahr über. Rovaniemi, nicht nur bekannt für den Wohnsitz des Weihnachtsmannes, lädt auch sonst mit seiner attraktiven Lage am Wasser sowie zahlreichen Museen zu einem Besuch ein.

Das Santa-Claus-Village ist auch im Herbst ein Highlight. Die 20 minütige Busfahrt bringt einen direkt zur offiziellen Poststation des Weihnachtsmannes. Von dort kann man Huskies und Santa’s Rentiere aus der Ferne beobachten, sich einmal quer durch die weihnachtliche Kulinarik durchprobieren und zu einem Rendezvous mit Santa gehen.

Empfehlen können wir das Artikum, ein Museum, bei dem man aufgrund seiner anschaulich dargestellten Inhalte über den gesamten Polarkreis (zu den Themen Klimawandel, das Leben der Ureinwohner und dem Permafrost in Skandinavien) lieber ein bisschen mehr Zeit einplanen sollte.

Wer nach all den Informationen ein bisschen frische Luft schnappen möchte, der sollte sich für einen Spaziergang an der Promenade entscheiden und anschließend einen für die Region typischen Rentierburger bei Pure Burgers essen!

Wieder mal wurde das Zugabteil zu unserer nächtlichen Unterbringung, als wir Rovaniemi verließen und Tampere ansteuerten. Die Ankunftszeit von 5:30 Uhr stellte sich doch als sehr früh heraus, als wir an diesem Sonntagmorgen vergeblich nach einem offenen Café suchten und uns schließlich doch zu einem Powernap auf den Bahnhofsbänken entschieden. Livi war jedoch die einzige, die das erfolgreich in die Tat umsetzte.

Nachdem die Rucksäcke ihren Zweck als angenehme Anlehnmöglichkeit zum Schlafen erfüllt hatten, nutzten wir die Möglichkeit sie in Schließfächern am Bahnhof zu parken und so, wortwörtlich ,,unbeschwert“ die Stadt zu erkunden:

In Tampere hat uns besonders um die Mittagszeit die lebendige Marktgasse gefallen, die sich quer durch die Stadt zieht. Mit gutem Hunger ist man dort sicherlich bestens aufgehoben, während man an den zahlreichen internationalen Essensständen vorbeiläuft.

Bei gutem Wetter lohnt sich bestimmt ein Besuch beim Pyynikki Observation Tower und im dazugehörigen Café, in dem man die klassischen Munkii (finnische Donuts) testen kann.

Gestärkt mit sowohl kulinarischen Spezialitäten, als auch Eindrücken ging es abends weiter in die Hauptstadt Finnlands, wo uns schon ein besonderer Gast erwartete…

921 Kilometer, 3 Städte in nur 24 Stunden. Alleine hierfür hat sich das Interrail-Ticket schon voll und ganz ausgezahlt! 🙂

Tag 28-36

Liebe Neugierigen,

Mit großer Vorfreude begaben wir uns auf die Fähre in Richtung Svolvær. Unser sich bewegender Aussichtspunkt bat Ausblick auf eindrücklich aus dem Wasser ragende Bergformationen, die umhüllt von Regenwolken bei aufgewühlter See, Schauplatz für den nächsten Fluch der Karibik Teil darstellten.

In den nächsten Tagen würden wir uns auch kurz als Teil dieses Schauspiels fühlen…

Auf der verzweifelten Suche nach einem bereits spektakulär gelegenen Stellplatz für die erste von 6 Nächten in unserem Van, verirrten wir uns leider in der Dunkelheit auf einen Parkplatz inmitten eines Wohngebiets.

Aber erst einmal zu unserem Gefährt: Neben der Hauptaufgabe als Transportmittel, hatte er eine bescheidene Küche samt Kühlschrank und Gasherd sowie vier Schlafmöglichkeiten auf 7 Quadratmeter zu bieten.

Das schlechte Wetter am nächsten Morgen spielte dem verregneten Svolvær leider nicht in die Karten, weswegen wir uns dort nicht länger aufhielten, sondern gleich auf die abenteuerlichen Straßen der Lofoten wagten.

Unser mobiles Zuhause schlängelte sich in Richtung Süd-Westen über Serpentinen, vorbei an Fischerdörfern, zunächst bis hin zum Hoven, wo wir den paradiesisch gelegenen Strand erblickten: weißer Sandstrand, den spitzen Berg im Rücken, in die Natur eingebettete Häuschen mit Moos überzogenen Dächern und böenartig ankommende Regengüsse.

Weiter ging es über Eggum, wo wir spontan eine Gallerie eines sympathischen, einheimischen Künstlers besuchten. Die überwiegend landschaftlichen Motive, weckten noch mehr Vorfreude auf die Entdeckung weiterer Orte auf den Lofoten.

Unser Zimtschnecken-Taste-Testing setzte sich in Unstad mit der so umworbenen „besten Zimtschnecke der Welt“ fort. Doch nach unserer professionell objektiver Einschätzung erlaubten wir uns, als erfahrene Verkoster dieser Backware, die kritische Äußerung, dass da definitv noch Luft nach oben sei.

Gegen Abend steuerten wir den Haukland Beach an. Dank des sogenannten Jedermannsrechts in ganz Norwegen war es uns möglich einen Stellplatz für unseren Camper frei zu wählen. Der von uns auserkorene Platz direkt am Wasser mit Blick auf die tosenden Wellen, entpuppte sich wenig später als Zentrum des Windgeschehens, weshalb wir uns in der Nacht wie Sardellen in der Dose aneinander reihten. In großer Angst die drei Autobatterien des Campers leerzunudeln, froren wir uns die ersten zwei Nächte dementsprechend den Hintern ab.

Auf dem Kamm des Berges Mannen wurden wir Zeuge der typischen Wetterumschwünge der Lofoten. Daher wurde der Abstieg zur Rutschpartie. Dass jeder Schritt die Mühe wert war, zeigte sich spätestens als sich der erste Ausblick auf den Haukland Beach bat.

Über die Europastraße E10 und die zahlreichen, eleganten Brücken, welche die einzelnen Inseln miteinander verbinden fuhren wir in Richtung Ramberg. Empfehlenswert ist das Café Friisgaarden Bogdan mit sowohl köstlichen Fischgerichten als auch besten heißen Schokolade.

Die dritte Nacht verbrachten wir nahe Fredvang mit Blick auf einen ruhigen See inmitten imposanter Berge. Gut ausgeschlafen setzten wir unseren Weg gen Å i Lofoten im Westen der Inselgruppe ganze 8 Minuten fort bis uns ein besorgniserregendes Geräusch im Vorderraum des Autos, sowie ein wackelndes Lenkrad zum sofortigen Anhalten bewegten. Nach gründlicher Inspektion des linken Vorderreifens stellte sich heraus, dass sich während der Fahrt drei von fünf Radmuttern zur Befestigung des Reifens verselbstständigt hatten. Einem Reifenverlust konnten wir somit nur knapp entkommen. Da hatten wir unseren Fluch…

Damit endete die Erkundungstour der Lofoten via Van hier.

Im Fischerdorf Henningsvær verbrachten wir daraufhin die restlichen drei Nächte und genossen dort zugegebenermaßen auch wieder Mal eine heisse Dusche! Sehenswert in Henningsvær ist natürlich das, auf einer eigenen Insel spektakulär gelegene, Fußballfeld. Bei besserem Wetter hätte sich sicherlich noch die Wanderung auf den Festvågtinden gelohnt.

Trotzdem wollen wir festhalten, dass sich der Campervan als bestes Reisemittel für die Lofoten eignet.

Kiruna im schwedischen Lappland ist aufgrund der dürftigen Zugverbindungen im Norden mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen, weshalb sich unsere Weiterfahrt als recht abenteuerlich und spontan herausstellte.

Wer für den Erzabbau und hässliche Betonbauten etwas übrig hat, wird sich dort sicherlich wohlfühlen. Uns jedoch begeisterte keines der beiden. Im Winter soll die Gegend jedoch ein traumhaftes Gebiet zum Downhill-, Crosscountry-skiing, Snowshoeing, Schlittenfahren oder für eine Husky-Tour sein.

Als die Dunkelheit dieses Ambiente überdeckte, machten wir uns auf Nordlichterjagd. Allerdings erbeuteten wir nur die Lightversion…

Tag 23-28

Liebe Neugierigen,

Die Nacht in Bergen schon vorbei, begann die große Hopperei.

Erst nach Flam durch Berg und Tal, schönste Zugstreck‘ auf der Welt, die uns’re Münder offen hält, ließ uns also keine Wahl.

Von dort ging’s quer durchs Land, hurtig, an den östlichsten Rand. Oslo nun schon altbekannt, ging’s zum nächsten Zug gerannt.

Nachts der Sternenhimmel über uns gewacht, in Trondheim zu früher Stund‘ erwacht. Trondheim‘s Flair begeisterte uns sehr, doch nach drei Tagen brauchten wir nicht mehr.

Abermals von abends bis ins Morgengrauen, waren unterwegs die schönen, jungen Frauen. In Bodø Senioren durch und durch, packte uns die große Furcht.

Drum hieß es: nicht lang warten, spielten wir mit offenen Karten. Gecancelt eine Nacht, wer hätte das gedacht.

Das volle Programm gewendet und gedreht, bevor noch mehr Zeit vergeht, spontan, aber genial einen Van gewählt, zur Entdeckung der Lofot’ner Inselwelt……

Tag 17-22

Liebe Neugierigen,

ein weißer Fleck auf der Landkarte Norwegens erregte unser Aufsehen. Wenig später waren die nächsten Übernachtungen in Odda, einem kleinen Ort am inneren Ende des Sørfjords (Folgefonna Nationalpark), fix. Über eine Fähr- und zwei Busverbindungen erreichten wir die Haustür unseres entzückenden Airbnb’s in Vasstun, nahe Odda.

Das alleinstehende Holzhaus mit Panoramablick auf den Sandvevatnet See, einem privaten Bach und jeder Menge Äfel im Garten machte den späteren Abschied schwer. Das Einkochen dieser Äpfel mit Kanel und Zucker entpuppte sich in der Zwischenzeit als unsere liebste Aktivität. Jetzt könnt ihr uns damit jagen.

Halt! Natürlich nur wenn wir nicht gerade mit dem Erklimmen von Gipfeln in der Umgebung beschäftigt waren :).

Den Gletscher im Visier ging es, mit kalter Pizza vom Vorabend im Gepäck, über Brücken und Gestein einen reißenden Gletscherfluss entlang. Die letzten zwei Kilometer des Weges nahm uns ein junges Pärchen im Wohnmobil mit. Offensichtlich müssen wir ziemlich erschöpft ausgesehen haben.

Bondhusvatnet stand am nächsten Tag auf dem Programm. Die Wanderung zum türkis blauen Gletschersee, inmitten des westlichen Teils des Folgefonna Nationalparks können wir weiterempfehlen. Wer starke Nerven behält und resistent gegen die Kälte ist, kann das Kneipp Becken im Spabereich gegen einen der kleinen Gletscherseen eintauschen. Unsere Nerven aus Drahtseilen rissen allerdings schon in Kniehöhe.

Typisch Norwegisch ging es weiter mit Sushi am Abend:) Mit Blick auf den spiegelglatten See zu Haus unterm Pavillon, ließen wir den Tag ausklingen, bevor wir im darauffolgenden Morgengrauen eine weitere Wander-Challenge in Angriff nahmen. Die Trolltunga oder auch Trollzunge genannt, hieß es über 20km in 10 Stunden zu erklimmen. Um 6:58 Uhr saßen wir dementsprechend im Bus nach Tyssedal. Von dort aus schlugen wir uns wandernd 650 Höhenmeter durch Norwegens Gebirge hinauf und gelangten schon nach 2 1/2 Stunden an die ausgestreckte Zunge des Trolls. Hier die Beweisbilder:

Schweren Herzens verließen wir die Bilderbuch Kulisse und betraten schon Mittags die Straßen des ausnahmsweise sonnigen Bergen’s (mit 240 Regentagen jährlich die vermutlich regenreichste Stadt Europas).

Bergen lohnt sich unserer Meinung nach, weil…

1. übersichtlich, jung und einladend

2. durch das UNESCO Weltkulturerbe Brygge eine interessante Historie

3. Hafen umgeben von Cafés und Restaurants

4. Möglichkeiten zum Wandern in der Umgebung

Tag 14-17

Liebe Neugierigen,

nächster Stopp: Stavanger. Die viertgrößte Stadt Norwegens, Dreh- und Angelscheibe für zahlreiche Wanderrouten.

Unsere To Do-Liste beinhaltete:

1. Den Preikestolen, auf deutsch: Predigtstuhl und auf englisch: Pulpit Rock. Eine 3,8km lange Wanderung, an deren Ende man an dem 604m abfallenden Felsvorsprung, dem Preikestolen, mit einem atemberaubenden Blick über den Lysefjord belohnt wird. Entstanden ist diese Felsformation vermutlich durch eine natürliche Sprengung des Gesteins, ausgelöst durch die Eisschmelze am Ende der Eiszeit. Von Stavanger war der Startpunkt des Trips mit dem Busunternehmen Pulpitrock.com gut zu erreichen.

2. Den Kjeragbolten, einen in 1km Höhe zwischen einer Felsspalte eingeklemmter Monolith. Früh morgens ging es mit den gofjords Touren in Richtung Start. Selbst die Busfahrt durch beeindruckende Naturlandschaften war das frühe aus dem Bettschären schon wert! Nachdem sich unser Bus um zahlreiche Serpentinen gewunden hatte, erblickten wir auch schon den spektakulär gelegenen Parkplatz im Lysefjordtal. Von dort aus machten wir uns zu Fuß weiter auf den 4,8km langen Weg. Über glatte Felsen kletterten und hangelten wir uns entlang der Stahlketten die verschiedenen Berghänge hinauf. Bei praller Sonne erreichten wir schwitzend, doch stolz nach 1:55h den besagten ,,Bolten“ ;). Den Rekord von 36min one way verfehlten wir damit nur haarscharf. Ein Blick in die Tiefe ließ unsere Knie zum Zittern bringen. Wankend und mit angehaltenem Atem setzten wir vorsichtig Fuß vor Fuß, sämtliche Horrorszenarien schon im ziemlich vorderen Teil des Kopfes… Einmal auf dem Stein angekommen, hatte sich die kurze Überwindung aber schon gelohnt! Nach ein paar kurzen Schrecksekunden fanden wir uns auf festem Boden in Sicherheit wieder und die Anspannung fiel uns vom Leib.

Eine bestandene Mutprobe später, genossen wir während des Abstiegs, die abermals grandiose Aussicht über die Bergketten.

Tag 11-13

Liebe Neugierigen,

die etwas nervenaufreibende, spannende, aber landschaftlich wunderschöne Grenzüberschreitung (inkl. Pass-, Impf- & Personenkontrolle) hinter uns, erreichten wir mit dem Flixbus Norwegens Hauptstadt Oslo in abendlicher Dämmerung.

Schon vom Bus aus konnten wir uns ein Bild von der Metropole machen, welches sich in den folgenden Tagen bestätigte: Eine filmreife und fortschrittliche Architektur, die uns in die Szenerie eines Science-Fiction Films versetzte.

Am meisten beeindruckte uns die rundum verglaste, von weißem Mamor umgebene Oper, die durch ihre abflachende Form majestätisch ins Wasser eintaucht.

Neben diesem eindrücklichen Gebäude galten der botanische-, sowie der Skulpturgarten, das Grab von Edvard Munch auf dem Our Saviour‘s Cemetery, das Carl Johans Gate mit dem Parlament und das architektonisch beeindruckende Astrup Fearnley Museum als unsere Highlights.

Auch der Hafen Oslos lädt mit dem Blick aufs Meer zu zahlreichen Träumereien ein…. Wir träumten von einer Luxukreuzfahrt!

Wer bei diesem Vergnügen Lust auf ein erfrischendes Eis bekommt, erhält für schlappe 7,50€ zwei Eiskügelchen.

Feststellung No. 2: So hoch wie die Wolkenkratzer Oslos sind auch die Preise Norwegens….

…. drum kam uns die grandiose Idee, statt für den nicht ganz so erschwinglichen Preis einer Hurtigroutenfahrt, die Reise als Teil des engagierten, qualifizierten und professionell ausgebildeten Bordpersonals anzutreten.

Selbstverständlich sahen wir uns dabei in der Entertainment-Abteilung ganz weit vorne und schätzten unsere Chancen über die Einstellung nicht schlecht ein. Reisebüro, Hurtigrouten-Office und das Telefongespräch mit der Deutschen Verwaltunsstelle verpulverisierten unsere Träume. (Wir waren wohl zu überqualifiziert;))

Schwer getroffen von diesem Rückschlag begaben wir uns auf unsere erste Nachtfahrt und fielen dabei sitzend in einen unruhigen Schlaf im Zugabteil. Zuvor genossen wir noch ein letztes Mal den Ausblick auf die Oper, während wir uns die Bäuche mit einem selbst vorgekochten Festmahl (Nudeln mit Tiefkühlgemüse) vollschlugen. (Der Rucksack saß anschließend nicht mehr ganz so gut…)

Nach ca. 2 bis 4h qualitativ minderwertigem Schlaf, beobachteten wir die an uns vorbeiziehende malerische Landschaft von Bergseen und Felsformationen…

Tag 9-11

Liebe Neugierigen,

Wir wollen euch nicht länger warten lassen, denn ihr sollt ja nichts verpassen.

Stockholm machte uns kreativ, drum hier das kurze Narrativ.

Von Göteborg ging‘s quer durchs Land, in Stockholm man uns dann wieder fand.
Hier zu sehen auf dem Bild, stehen wir wie immer unterm Schild. Die Bilder werden leider nicht schöner, da fehlen wohl noch ein paar Döner.
Oscar, Greg und Jack,
erfüllen stets ihren Zweck.
Der Kunst und Kultur auf der Spur, machten wir eine Free-Walking-Tour.
Mit dem Fischwrap in der Hand, wenn auch nicht vom Dönerstand, doch bekannt im ganzen Land, wurde der Hunger aus dem Magen verbannt.

Zimmerteil’n mag seltsam sein, doch dafür ist man in Hostels nie allein.

Auf dem Bett fanden wir das hier, schon tranken wir zusammen n’Bier.
🙂
Auf Södermalm abends jungend pur, von Markus jedoch keine Spur.

Viel zu schnell ging es vorbei, und weiter mit der Cruiserei. Das Reimen müssen wir noch etwas üben, zum Glück gibt’s dafür Zeit in Zügen!

Tag 6-8

Liebe Neugierigen,

Jönköping, eine der Städte am Vätternsee, war unser erster Stopp in Schweden. Dieser ist mit seinen 135km Länge und 128m Tiefe der zweitgrößte See des Landes. Raus aus der Großstadt, rein ins Grüne! Die ca. 4 Stunden lange aber kurzweilige Zugfahrt führte vorbei an zahlreichen Seen, Kiefernwäldern und zinnoberroten Häuschen in idyllisch grünen Berghängen. Ausgeschlafen und mit Wanderschuhen ausgestattet, begaben wir uns am nächsten Morgen, auf Empfehlung des Rezeptionisten unserer arg reduziert eingerichteten Unterkunft, auf eine kleine Wanderung am Ufer entlang. Der spiegelglatte Vätternsee bietet zahlreiche Möglichkeiten die Füße im 18 Grad ,,warmen“ Wasser abzukühlen oder an heißeren Tagen ganz einzutauchen.

Auf der vergeblichen Suche nach einem süßen Teilchen im Anschluss an die Wanderung, gerieten wir in einen dezenten Zeitstress, dessen Ausmaß uns erst bei der jungfräulichen Nutzung der E-Scooter bewusst wurde. Unseren 17kg schweren Haushalt geschultert, begaben wir uns in Hektik, als unüblich schnell bewegende Wanderer, zur Centralstation Jönköpings. Von dort aus wechselten wir unser Gefährt in Richtung Göteborg.

Während unseres drei nächtigen Aufenthaltes, erlebten wir Göteborg, als einen gelassenen Raum mit entschleunigender Atmosphäre.

Die Stadt scheint außerdem im Umbruch zu sein, denn ständig fanden wir uns auf einer neuen Baustelle wieder. Das sich lang streckende Hafengebiet wird durch Industrie sowie sich permanent bewegende Frachtschiffe geprägt, weswegen sich das Leben eher im Inneren der Stadt abspielt. Zu entdecken gibt es neben dem Grüngürtel, der den Stadtkern eingrenzt, historischen Kirchen, zahlreichen Cafés und Restaurants auch einen nahegelegenen Tierpark namens Slottsskogen, in dem Robben, Elche und Pinguine ihr zu Hause finden.

Wer auf der Suche nach der größten Zimtschnecke der Welt ist, wird im Café Husaren im Stadtviertel Haga fündig. Sehr empfehlenswert!

Als Kontrastprogramm zum Stadtleben nutzten wir am nächsten morgen eine der vielen Fährverbindungen, um auf die Schäreninsel Donsö des südlichen Archipelagos von Göteborg zu gelangen. Die Bilder sprechen für sich….