Tag 64-68

Liebe Neugierigen,

Nach zwei aktiven Nächten in Budapest mit einer sehr bescheidenen Anzahl an Schlafstunden, begaben wir uns auf die nicht gerade entspannteste Weiterreise über Zagreb mit dem Nachtbus nach Sarajevo. Wir führten unserer Nachtaktivität weiter, indem wir um 6 Uhr morgens, immernoch mit offenen Augen, aus dem Bus auf bosnischen Asphalt stolperten.

Genauso benebelt wie die Nächte davor, begaben wir uns in ein Café… welches sich dann doch als Fleischerei herausstellte. Mit dem ersten Schritt durch die Tür begrüßte uns eine Qualmwolke an rauchenden Männern mit Ćevapčići zum Frühstück. Wir entschieden uns daraufhin lediglich für den guten alten „wachbleib“ Kaffee.

Auf den bosnischen Kaffee sollte man allerdings genauer eingehen: Frisch gemahlen, mit heißem Wasser aufgeschüttet, ungefiltert und dann noch scheußlich im Geschmack. Sicherlich ist die Einstellung zu diesem körnig, bitteren Erlebnis subjektiv, doch da soll uns erst einmal jemand vom Gegenteil überzeugen, denn auch unsere nächsten Anläufe lieferten keine besseren Ergebnisse.

Sarajevo ist sicherlich als Schauplatz des Attentats auf Franz Ferdinand, welches vermehrt als Auslöser des ersten Weltkriegs angesehen wird, bekannt. Doch nicht nur hinsichtlich dieses Geschehens hat Sarajevo geschichtlich etwas zu bieten, wie wir auf der Free Walking Tour von unserer hochmotivierten Stadtführerin erfuhren. Der Osten trifft hier nämlich auf den Westen. Nicht nur architektonisch grenzen sich so zwei Stadtteile klar ab, sondern auch die Gotteshäuser wie Moscheen und Kirchen stehen in unmittelbarer Nähe zueinander in Sarajevos Altstadt.

Wer traditionelle Süßigkeiten austesten möchte, sollte sich an den bosnischen Baklava wagen, der die Blomben praktisch von selbst aus dem Mund zieht.

Der Abschiedsschmerz hielt sich aber doch in Grenzen, als wir keine 25h Stunden später Bosniens Hauptstadt mit dem Zug in Richtung Mostar verließen.

Das kleine Bergdorf im südlichen Herzegowina liegt inmitten von Olivenbäumen und einer hügeligen Berglandschaft und gibt durchzogen vom türkisblauen Fluss Neretva ein malerisches Postkartenbild ab. Verwinkelte Gassen gesäumt mit Läden in kleinen Steinhäusern sind hier in der Altstadt typisch. Das Highlight und Wahrzeichen der Stadt, die ,,Stari most“ (alte Brücke), welches seit 2005 zu den UNESCO Weltkulturerben gehört, ist sicherlich ein Besuch wert! Im Jahre 1993 wurde sie von kroatischen Truppen zerstört, jedoch etwa 10 Jahre später neu aufgebaut. Die Brücke kann als Verbindungsglied angesehen werden, da sie den eher muslimisch geprägten Ostteil mit dem Westteil der Stadt, in dem vermehrt der Katholizismus vertreten ist, verbindet.

Von der Stari Most aus hörten wir den Muezzin, der vom Minarett der Moschee zum Gebet aufrief (hier leider nur per Audio…)

Das bescheidene Wetter am kommenden Tag lud dann dazu ein, unseren zweiten Ruhetag der Reise einzulegen und uns von dauerhaften passiv-rauchen zu erholen. Das gemütliche Airbnb bot sich dafür bestens an… So sammelten wir nun Kräfte für unser 14. Land!

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